Das Buch Thomas des Athleten

By Helmut, 18. April 2011

Das Thomasbuch (auch bekannt als Buch Thomas des Athleten) ist ein als Teil der als Nag-Hammadi-Schriften bekannten Sammlung gnostischer Texte. Dort erscheint es als zweite Schrift des 2. Kodex (NHC II,2) und umfasst Blatt 138, Zeile 1 bis Blatt 145, Zeile 19.
Nach der Auferstehung spricht Jesus mit dem Apostel Thomas. Das Gespräch wird von Mathaias (=Matthäus) gehört und aufgeschrieben. Gegen Ende zu nimmt der Dialog eher die Form eines Monologs an, auch wendet sich Jesus nicht mehr an Thomas, sondern an eine unbekannte Mehrzahl von Zuhörern.

Das Buch Thomas des Athleten

 

Die zweite Schrift aus dem Nag-Hammadi-Kodex II

Dies sind die geheimen Worte, die der Erlöser zu Judas Thomas gesprochen hat und die ich selbst, Mathaias, aufgeschrieben habe.

Ich wandelte nämlich mit ihnen und hörte sie miteinander reden.

Der Erlöser sagte :

Mein Bruder Thomas, solange du Gelegenheit in der Welt dazu hast, höre mir zu, auf dass ich dir Offenbarung hinsichtlich der Dinge die du in deinem Herzen erwogen hast, erteile.
Weil du aber als mein Bruder und wahrhaft Geliebter giltst, prüfe dich und erkenne, wer du bist und wie du bist, und wie du sein wirst. Da du ja mein Bruder heisst, darfst du nicht in Unwissenheit über dich selbst bleiben. Ich weiss, dass du bereits eine gewisse Erkenntnis gewonnen hast. Denn du hast mich schon erkannt, nämlich dass ich die Erkenntnis der Wahrheit bin.
Nachdem du nämlich als Unwissender in meine Nachfolge getreten bist, bist du bereits zu dieser Erkenntnis gelangt. Doch du wirst schliesslich „der sich selbst Erkennende“ heissen.
Denn wer sich selbst nicht erkannt hat, hat nichts erkannt.
Wer jedoch sich selbst erkannt hat, hat auch schon die Erkenntnis über die Tiefe des Alls erlangt.
Deswegen also, mein Bruder Thomas, hast du das vor den Menschen Verborgene gesehen, nämlich dasjenige, an dem man zu Fall kommt, wenn man es nicht erkennt.

Thomas aber sagte zum Herrn :

Ich bitte dich aber darum, dass du mir vor deiner Himmelfahrt all das sagst, wonach ich dich frage. Und wenn ich von dir die Wahrheit betreffs des Verborgenen höre, dann vermag ich von ihm zu reden. Und es ist mir bewusst, dass es schwierig ist, die Wahrheit vor den Menschen zu tun.

Der Erlöser antwortete und sprach :

Wenn schon das, was euch offenbar ist, vor euch verborgen ist, wie könnt ihr dann etwas über das, was nicht offenbar ist, vernehmen …?
Wenn es für euch schon schwierig ist, die in der Welt offenbaren Werke der Wahrheit zu tun, wie könnt ihr dann die Werke des Pleromas, die nicht offenbar sind, tun …?
Wie könnt ihr denn „Täter der Wahrheit“ heissen?
Deswegen seid ihr noch Lernende und habt ihr noch nicht die Grösse der Vollkommenheit erlangt.

Thomas antwortete aber und sprach zu dem Erlöser :

Sprich zu uns über das, von dem du gesagt hast, dass es nicht offenbar, sondern uns verborgen ist !

Der Erlöser sagte :

Alle Menschenleiber sind wie Tiere: sie werden auch gezeugt, wie bei den Tieren, was sichtbar ist, so wie ein Geschöpf nach einem anderen Geschöpf trachtet.
Deswegen aber existieren die oberen Wesen nicht in der Weise wie die sichtbaren, sondern sie leben aus ihrer eigenen Wurzel; und ihre Früchte sind es, was sie ernährt.
Diese offenbaren Leiber aber essen von den Geschöpfen, die ihnen gleichen. Deswegen verändern sich ja die Leiber. Was sich aber verändert, wird zu Grunde gehen und der Vernichtung anheimfallen und hat keine Hoffnung auf Leben mehr. Denn dieser Leib ist tierisch.
Wie nun der Tiere Leib zugrunde geht, so werden diese Gebilde zugrunde gehen. Stammt er etwa nicht aus dem Beischlaf wie der Leib der Tiere ? Wenn er aber aus ihm stammt, wie kann er sich gross von den Tieren unterscheiden ?
Deswegen also seit ihr unmündig, bis ihr Vollkommen werdet !

Thomas aber antwortete :

Deshalb sag ich dir, O Herr : Diejenigen, die über das nicht Offenbare und das schwer zu Erklärende sprechen, gleichen Leuten, die ihre Feuer des Nachts unterhalten zum Zwecke eines Zeichens: Auch sie unterhalten zwar ihre Feuer, so wie gewisse Leute sie ja zum Zwecke des Zeichens unterhalten – jedoch ist es nicht sichtbar; wenn aber das Licht hervorkommt und die Finsternis verhüllt, dann wird die Sache eines jeden sichtbar werden.
Unser Licht aber bist Du, O Herr, der Du erleuchtest.

Jesus sagte :

Das Licht existiert im Licht …!!

Thomas sprach :

O Herr, weswegen geht das sichtbare Licht, das um der Menschen willen scheint, auf und unter ?

Der Erlöser sagte :

O Seliger Thomas ! Ja, das sichtbare Licht erschien um euretwillen ! Nicht etwa damit ihr an diesem Ort bleibt, sondern damit ihr ihn verlasst.
Wenn aber alle Erwählten die Tierheit ablegen, dann wird das Licht nach oben zu seiner Substanz zurückkehren und diese seine Substanz wird es bei sich aufnehmen, weil es ein guter Diener ist.

Der Erlöser fuhr fort und sprach :

O du unaufspürbare Liebe des Lichtes – –
O du Bitterkeit des Feuers, das in den Leibern der Menschen und in ihrem Mark brennt. Tag und Nacht in ihnen brennend; und du, Begierde, die die Glieder der Menschen verzehrt, ihre Herzen trunken machend und ihre Seelen in Verwirrung bringend, und Gewalt ausübend über sie in den Männern und den Frauen Tag und Nacht, und sie in grosse Unruhe versetzt, Unruhe stiftend im Verborgenen und im Offenbaren.
Denn die weibischen Männer entbrennen zueinander ohne die Frauen, und die Frauen ohne die Männer.

Er ergriff wieder das Wort und sagte :

Jeder, der nach der Wahrheit sucht, wird sich auf Veranlassung der weisen Frau Wahrheit Flügel bereiten, um wegzufliegen vor der Begierde, die die Geister der Menschen verbrennt; und er wird sich Flügel bereiten, um zu fliehen vor jeglichem Geist der die Menschen verführt durch das, was sichtbar ist.

Thomas antwortete und sprach :

O Herr, genau das ist es ja, wonach ich dich frage, denn ich habe erkannt, dass du es bist, was uns von Nutzen ist, wie du gesagt hast.

Wiederum ergriff der Erlöser das Wort und sprach :

Deswegen müssen wir zu euch reden. Denn dies ist die Lehre für die Vollkommenen.
Wenn ihr also Vollkommen sein wollt, müsst ihr diese Gebote halten, sonst ist euer Name „Unwissend“, da es ja unmöglich ist, dass ein Verständiger bei einem Toren Wohnung nimmt. Denn der Verständige ist angefüllt mit jeder Weisheit; für den Toren aber ist das Gute und das Böse einunddasselbe. Denn der Weise wird aufwachsen in der Wahrheit, und er wird sein wie der Baum, der am Bach wächst.
Da ja nun etliche die Flügel des Verstandes haben, bei dem Sichtbaren ihre Zuflucht suchen – die sind weit entfernt von der Wahrheit. Denn ihr Führer, das Feuer, wird ihnen ein Trugbild von Wahrheit erscheinen lassen und ihnen in vergänglicher Schönheit leuchten. Es wird sie durch finstere Süsse einfangen und durch anrüchige Lust wegführen. Es wird sie blind machen durch die unersättliche Begierde und ihre Seele verbrennen. Es wird für sie sein, wie ein im Herz steckender Pfahl, den sie niemals herausziehen können, und wie ein Zaum im Maul, der sie lenkt, wie es seinem eigenen Wunsch entspricht. Es hat sie mit seinen Ketten gefesselt, und all ihre Glieder hat es gebunden mit der Bitterkeit der Fessel der Begierde nach dem Sichtbaren, das vergänglich, wandelbar und wechselvoll ist.
Mit grosser Kraft wurden sie von oben herabgezogen und werden immerdar getötet, dadurch, dass sie hingezogen werden zu allen Tieren der Unreinheit.

Thomas antwortete und sprach :

Es ist offensichtlich !
Es wurde auch gesagt: Wappnet euch vor denen, die das Verderben für den Leib und die Seele nicht kennen !

Der Erlöser aber antwortete und sprach :

Heil dem weisen Mann, der nach der Wahrheit suchte. Denn als er sie fand, kam er zur Ruhe auf ihr für immer und fürchtete sich nicht mehr vor denen, die ihn in Unruhe versetzen wollten.

Thomas antwortete und sprach :

Ist es von Nutzen für uns, O Herr, zur Ruhe zu kommen in dem, was uns gehört ?

Der Erlöser sprach :

Ja, das ist es, was Nutzen bringt; und es ist gut für euch, da ja das, was an den Menschen sichtbar ist, sich auflösen wird.
Denn das Gefäss ihres Fleisches wird sich auflösen. Und wenn es in seine Bestandteile zerfällt, wird es auch im Offenbaren und Sichtbaren sein. Und ihnen bereitet dann das sichtbare Feuer Pein.
Wegen der Liebe zum Glauben werden die, die sie vor dieser Zeit gehabt haben, noch einmal dem Sichtbaren hinzugefügt werden. Die Sehenden aber sind dann nicht mehr im Sichtbaren.
Diejenigen, die ohne die erste Liebe sind, werden durch die Sorge des Lebens und die Glut des Feuers zugrunde gehen. Es dauert nur kurze Zeit, bis der sichtbare Leib sich auflöst; dann werden hässliche Gespenster da sein und mitten in den Gräbern auf den Leichen sitzen zu ewiger Pein und Vernichtung für die Seelen.

Thomas aber antwortete und sprach :

Was haben wir, um es diesen vorzutragen ? Was sollen wir den blinden Menschen sagen ? Welche Lehre sollen wir jenen unglücklichen Sterblichen mitteilen, die da sagen: Wir kamen, um Gutes zu erlangen, und nicht, um Verfluchung zu ernten ! ? Sie werden doch erwidern: Wenn wir nicht im Fleisch geboren wären, hätten wir auch die Sünde nicht kennengelernt.

Der Erlöser sprach :

Wahrlich, halte jene nicht für Menschen, sondern rechne sie unter die Tiere. Denn wie die Tiere einander fressen, so fressen auch derartige Menschen einander. Aber sie haben das Reich Gottes verloren, da sie ja die Süsse des Feuers lieben und Sklaven des Todes sind und zu den Werken der Unreinheit ihre Zuflucht nehmen.
Sie machen voll das Mass der Begierde ihrer Väter. Aufgrund des bitteren Zwanges ihrer bösen Natur werden sie zur Züchtigung in den Abgrund geworfen werden. Denn sie werden so gepeitscht werden, dass sie kopfüber an den Ort stürzen, den sie nicht kennen.
Sie werden ihre Glieder nicht in Ausdauer gebrauchen können, sondern sie werden verzagen. Und sie freuen sich über das Feuer und lieben die Raserei und den Wahnsinn, weil sie Toren sind. Sie streben nach Sinnesverwirrung, ohne ihre Raserei zu erkennen, während sie noch glauben, klug zu sein.
Deshalb lieben sie auch törichterweise ihren eigenen Körper, wobei ihr Sinn auf sie selbst gerichtet ist, und ihr Gedanke bei ihren Händeln ist.
Die Flamme aber ist es, die sie verbrennen wird.

Thomas antwortete aber und sprach :

Herr, das, was in sie hineingesät worden ist, was wird mit ihm geschehen ? Denn ich sorge mich sehr ihretwegen; denn viele sind es, die ihnen entgegenstehen.

Der Erlöser antwortete und sprach :

Was ist dir selbst klar ?

Judas, der Thomas genannt wird sprach :

Dir, O Herr, ziemt es zu reden, mir aber, auf dich zu hören.

Der Erlöser antwortete :

Höre auf das, was ich dir sagen werde und glaube an die Wahrheit !
Der Säende und das Gesäte werden aufgrund ihres Feuers vergehen im Feuer und im Wasser und werden verborgen sein in den Grüften der Finsternis. Und nach langer Zeit werden sie offen in Erscheinung treten als die Früchte der schlechten Bäume und ihre Strafe empfangen, indem sie vernichtet werden durch den Mund der Tiere und der Menschen und durch die Wirkung des Regens, der Winde, der Luft und des Lichtes, das oben leuchtet.

Thomas antwortete aber :

Du hast uns wahrlich überzeugt, O Herr; wir haben im Herzen eingesehen und es ist uns deutlich, da wir ja nicht zur Welt gehören, dass dies sich so verhält, und dass deine Rede nichts zurückhält. Aber die Worte, die du uns sagst, sind für die Welt etwas, über das man lacht und die Nase rümpft, da man sie ja nicht versteht.
Wie können wir denn hingehen, um sie zu verkündigen …?

Der Erlöser antwortete und sprach :

Wahrlich, ich sage euch :
Wer diese Rede hört und in solcher Weise sein Gesicht abwendet oder die Nase rümpft oder die Lippen verzieht – – wahrlich, ich sage euch : der wird überantwortet werden dem Herrscher oben, dem, der über alle Mächte als König herrscht, und er wird jenen zurückweisen und von oben in den Abgrund hinabwerfen, und er wird dort in einen engen und finsteren Raum eingesperrt werden. Er kann sich also nicht umdrehen oder bewegen wegen der grossen Tiefe des Tartaros (Unterwelt) und der schwer lastenden Bitterkeit der fest verschlossenen Unterwelt.
Und sie werden in sie hinabgebracht, weil sie euch verfolgt haben. Man wird nicht vergeben dem, der in Bedrängnis bringt. Er wird verurteilt werden, weil er euch verfolgt hat. Er wird dem grossen Engel Tartaruchos übergeben werden, der ein Feuerengel ist und der sie verfolgt, während Feuergeisseln Funken in das Gesicht dessen, der verfolgt wird, sprühen lassen.

Wenn er nach Westen flieht, findet er dort das Feuer.
Wenn er sich nach Süden wendet, findet er es auch dort.
Wenn er sich nach Norden wendet, tritt ihm ebenfalls die Bedrohung eines lodernden Feuers entgegen.
Den Weg nach Osten, um dorthin zu fliehen und gerettet zu werden, kann er aber nicht finden.

Denn er hat ihn nicht gefunden, solange er im Leibe war, so dass er ihn etwa finden könnte zur Zeit des Gerichts . . . !

Dann fuhr der Erlöser fort und sprach :

Wehe euch, ihr Gottlosen, die ihr keine Hoffnung habt, die ihr euer Vertrauen auf Dinge setzt, die nicht eintreten werden.
Wehe euch, die ihr eure Hoffnung setzt auf das Fleisch und das dem Untergang geweihte Gefängnis.
Wie lange wollt ihr noch im Vergessen bleiben und wann endlich denkt ihr daran, dass die Unvergänglichen nicht vergehen werden.
Eure Hoffnung stützt sich auf die Welt und euer Gott ist dieses Leben, wodurch ihr eure Seelen zugrunde richtet.
Wehe euch, um des Feuers willen, das in euch brennt; denn es ist unersättlich.
Wehe euch, um des Rades willen, das sich in euren Gedanken dreht.
Wehe euch, um des Brennens willen, das in euch ist; denn es wird sichtbarlich euer Fleisch verzehren und heimlich eure Seelen entzweien, und es wird euch gewillt machen, euch untereinander zu . . . .
Wehe euch, ihr Gefangenen; denn ihr liegt gefesselt in euren Zufluchtsorten. Ihr lacht mit Vergnügen über die unsinnigsten Spässe.
Ihr kennt nicht euer Verderben, noch wisst ihr, worin ihr euch befindet, noch habt ihr erkannt, dass ihr in der Finsternis und im Tode seid.
Ihr seid vielmehr vom Feuer berauscht und voll von Bitterkeit.
Euer Sinn ist nur auf euch selbst gerichtet infolge des Brennens in eurem Innern. Und süss erscheint euch das Gift und der Stich eurer Feinde.
Und die Finsternis ist über euch aufgegangen, als wäre sie das Licht.
Denn eure Freiheit habt ihr für die Knechtschaft hingegeben, und ihr habt eure Sinne finster gemacht.
Und euer Denkvermögen habt ihr für Torheit hingegeben und habt eure Gedanken angefüllt mit dem Rauch des Feuers, das in euch ist.
Und euer Licht wurde verdeckt durch die Wolke der Finsternis.
Und das Gewand, das ihr tragt, habt ihr geliebt, obwohl es schmutzig ist. Und ihr wurdet in Besitz genommen von der Hoffnung, die keinen Bestand hat.
Und wem ihr Vertraut habt, das wisst ihr selbst nicht.
Und ihr seit alle in Fesseln, aber brüstet euch, als wäret ihr frei.
Und ihr habt eure Seelen ins Wasser der Finsternis getaucht.
Ihr seit nach eigenem Willen ins Verderben gelaufen …!
Wehe euch, die ihr auf falschen Wegen seid und nicht beachtet, dass das Licht der Sonne, die alles richtet und alles sieht, sich gegen alle Schandtaten wenden wird, um sich die Feinde zu unterwerfen.
Und ihr begreift auch nicht, das der Mond in der Nacht und auch bei Tage herabblickt und die Leichen eurer Gemetzel sieht.
Wehe euch, die ihr den Umgang mit der Weiblichkeit und das unreine Zusammensein mit ihr liebt.
Und wehe euch um der Mächte willen, die euren Leib beherrschen; denn jene werden euch zugrunde richten.
Wehe euch, um der Wirkung der bösen Dämonen willen.
Wehe euch, die ihr eure Glieder durch das Feuer antreibt.
Wer wird auf euch erquickenden Tau regnen lassen, damit er die vielen Feuer in euch und eure Glut löschen kann . . .?
Wer wird über euch die Sonne aufgehen lassen, um die Finsternis, die in euch ist, zu vertreiben und die Finsternis und das schmutzige Wasser zuzudecken ?
Die Sonne und der Mond werden euch Wohlgeruch spenden nebst der Luft, dem Wind, der Erde und dem Wasser.
Denn wenn die Sonne nicht aufgeht über den Lebewesen, werden sie verfaulen und umkommen.
Damit verhält es sich wie bei Pflanze und Gras: Wenn nun die Sonne darauf scheint, wird es stark und erstickt den Weinstock.
Wenn aber der Weinstock stark wird und Schatten wirft auf die Pflanzen und auch auf alle Dornen, die mit ihm zusammen gesprossen sind, sich ausbreitet und weit ausdehnt, erbt er allein das Land, auf dem er aufgesprosst ist, und verfügt über jede Stelle, die er überschattet hat. Denn also, wenn er wächst, bekommt er das ganze Land zur Verfügung und bringt seinem Herrn Nutzen und gefällt ihm über die Massen.
Denn er hätte wegen der Pflanzen grosse Mühe gehabt, bis er sie ausgerissen hätte.
Aber der Weinstock hat sie dort selber beseitigt. Und zwar erstickte er sie, und sie starben und wurden zu Staub.

Dann fuhr Jesus fort und sprach zu ihnen :

Wehe euch, denn ihr habt die Lehre nicht angenommen.
Und diejenigen, die sie annehmen wollen, werden Mühsal haben, wenn sie sie verkündigen.
Denn ihr werdet sie verfolgen und lauft in eure eigenen Netze.
Ihr werdet sie in die Unterwelt und ins Verderben hinabsenden und werdet sie täglich töten, nur damit sie täglich vom Tode auferstehen.
Heil euch, die ihr schon vorher die Versuchungen erkennt und vor den fremden Dingen flieht.
Heil euch, die ihr geschmäht und nicht geachtet werdet wegen der Liebe, die euer Herr für euch hat.
Heil euch, die ihr weint und geplagt werdet von denen, die keine Hoffnung haben; denn ihr werdet von allen Fesseln erlöst werden.
Wachet und betet, dass ihr nicht im Fleisch bleibt, sondern aus der Fessel der Bitterkeit des Lebens herauskommt.
Und wenn ihr betet, werdet ihr Ruhe finden, da ihr Mühsal und Schmach hinter euch gelassen habt.
Denn wenn ihr aus den Mühen und Leiden des Leibes herauskommt, werdet ihr Ruhe bei dem Guten empfangen und herrschen mit dem Herrscher – ihr verbunden mit Ihm und Er verbunden mit euch – von jetzt an bis in alle Ewigkeit.

AMEN

Das Buch des Thomas.
Der Athlet schreibt an die Vollkommenen.
Der Friedes des Herrn sei mit Euch.

4 Comments

  1. Hilmar sagt:

    Hast du noch weitere Informationen darueber ?

  2. patrick sagt:

    wer oder was ist der feuerengel ?

    • Helmut sagt:

      „Er wird dem grossen Engel Tartaruchos übergeben werden, der ein Feuerengel ist und der sie verfolgt, während Feuergeisseln Funken in das Gesicht dessen, der verfolgt wird, sprühen lassen.“

      Hm, scheint kein angenehmer Zeitgenosse zu sein. 🙂
      Ich denke mal, mit dem möchte man keinen Ärger haben …

What do you think?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.